10.
Juni 2001
Hurra,
heute sollte es endlich los gehen. Seit Monaten haben wir uns auf
unsere Islandtour vorbereitet. Desto näher wir dem Termin kamen, desto
extremer wurde die Vorfreude. So gegen 16 Uhr haben wir unserem Haus
für 3 Wochen lebewohl gesagt. Wir haben unsere letzten Sachen eingepackt
und in das Auto verfrachtet. Überhaupt das packen ! Wir haben es am
Ende geschafft unsere Rucksäcke auf jeweils ca. 20-22 KG schrumpfen
zu lassen. Das war Kampf genug. Peter hat immer gemeckert, dass die
Dinger zu viel wiegen.
Gegen
17.30 Uhr sind wir dann zum Hof gefahren. Papa wollte uns zum Flughafen
bringen. Um 18 Uhr sind wir los gefahren. Die Fahrt zum Flughafen
verlief völlig problemlos. Am Flughafen sind wir so um 19 Uhr. Da
ich der Meinung war, dass wir am Terminal C abfliegen hatte Papa uns
auch dort abgesetzt. Leider war da meine Meinung nicht ganz richtig.
Der Flieger ging vom Terminal E, welcher natürlich völlig am anderen
Ende des Flughafens liegt. Aber Gott sei Dank fuhr ein Bus.
Um
19.30 Uhr haben wir uns dann endlich zum Einchecken angestellt. Mit
uns hat eine Musikgruppe aus Hafnarfjörður (ausgesprochen nennt man
das Hapnarförthur) eingecheckt. Da war von 0-50 Jahren alles dabei.
In der Halle, die ausschließlich von LTU genutzt wird, war ne ganze
Menge los. Viele Leute wollten nach Ägypten, Mallorca, etc. Wir indes
haben uns auf unseren bevorstehenden Flug gefreut. Ich will ja nicht
wissen wie voll die Halle zu Ferienbeginn sein wird. Gott sei Dank
sind wir dann schon wieder zu Hause.
Gegen
21.45 Uhr konnten wir dann endlich ins Flugzeug. Zu diesem Zeitpunkt
sollten wir ja eigentlich schon in der Luft sein, aber das kennt man
ja von den Fliegern, dass nichts wirklich pünktlich ist. Aber egal.
Nun waren wir gespannt, was für Sitzplätze wir bekommen hatten.
Idealerweise
hatte die Dame am Check-In genau das richtige für uns getan. Wir haben
am Notausgang in Reihe 28 gesessen. Das hatte einen riesen Vorteil.
Es waren nur 2 Sitze nebeneinander und vor uns war mindestens 1 Meter
platz. Wir konnten also unsere Füße ausstrecken. Super!
Zu meinem Leidwesen habe ich den Fehler gemacht mich ans Fenster zu
setzen. Denn als der Flieger abhob, hat Peter mir ständig ins
Ohr gebrüllt, was der Flieger gerade macht, obwohl ich alles sehr
gut selber sehen konnte. Der Blick über den Wolken war natürlich super.
Nur Peter war so aufgeregt. Aber das war ich ja selber schuld. Hätte
ich ihn doch nur ans Fenster gesetzt. Na ja. So schlimm war‘s dann
auch wieder nicht. Als wir um 23 Uhr Ortszeit eigentlich landen wollten,
hat der Captain uns mitgeteilt, dass der Nebel in Keflavik eine Landung
derzeit nicht ermögliche und wir nun erst mal eine Stunde ein paar
Runden über Island drehen müssten. Kurz vor 24 Uhr sind wir
dann doch gelandet. Ich bin mir nicht sicher, ob die Sicht zu diesem
Zeitpunkt wirklich besser gewesen ist. Aber wir sind ja alle sehr
gut angekommen. Nun aber nichts wie raus. Ich will endlich ankommen.
D. h. nun erst mal Geld umtauschen. Was Problemlos funktioniert hat.
1000 DEM waren 43.961 ISK. Der Kurs geht in Ordnung.
Während
ich das Geld umgetauscht habe hat Peter sich um unser Gepäck gekümmert.
Denn als ich unten ankomme hat er bereits beide Rucksäcke. Super.
Nun erst mal raus aus dem Gedrängel und unsere Rucksäcke wieder soweit
entpacken, dass sie tragfähig sind. Das ging recht fix, und so sind
wir um 0.45 Uhr in den Fly Bus nach Reykjavik eingestiegen. 870 ISK
pro Nase. Dafür wurden wir bis zum Campingplatz gebracht. Das war
gut.
Am
Campingplatz sind wir um ca. 2.15 Uhr angekommen. Der Bus musste vorher
noch sämtliche Hotels in Reykjavik anfahren, weil dort Leute aussteigen
wollten. Die Frau am Campingplatz war sehr nett, Sie hat uns wirklich
freundlich empfangen und uns eine Kartusche Gas verkauft. Dabei hat
sie noch erzählt, dass jeden Morgen um 7.15 Uhr kostenlos ein Bus
zum BSI Travel Center fährt. Um 2.30 Uhr haben wir dann bei Nieselregen
(das fängt ja gleich mit dem typischen Islandwetter an) begonnen unser
Zelt aufzubauen. Glücklich, aber totmüde haben wir uns dann um 3 Uhr
für 3 Stunden ins Zelt gelegt. Wir sind postwendend eingeschlafen.
Gute Nacht !
11.
Juni 2001
5.55
Uhr. Piep, piep. Guten Morgen. Puh. Die 3 Stunden schlaf haben gut getan.
Der Regen hat leider nicht aufgehört. Es nieselt immer noch vor sich
hin. Also gestaltet sich dass einpacken etwas schwieriger. "Gott,
ist das nass."
Das
erste mal verpacken und schon ist alles nass. Na ja. Egal. Nachdem
alles verpackt ist, habe ich endlich die Gelegenheit mich selbst mal
zu waschen. Das ist auch ganz erfrischend, obwohl das warme Wasser
nach Schwefel riecht.
Um 7.15 Uhr stehen wir jedenfalls bereit und können in den Bus einsteigen,
der zum BSI-Travel-Center fährt. Dort treffen wir auch direkt um 7.30
Uhr ein. Kurze Zeit später halten wir auch Stolz unsere Hringmidi-Tickets
in der Hand.
Ein
Leiðabok (Kompletter Fahrplan) existiert leider nicht. Dafür gibt
es eine DIN A5 Broschüre, in der sämtliche Angebotene Touren und Fahrpläne
enthalten sind. Anschliessend schauen wir uns einige weitere Broschüren
an, die auf Ständern zum mitnehmen bereitliegen. Da wir unsere Route
grob geplant haben, haben wir wenigstens so einen groben Überblick,
welche Busse wo stehen. Da unser Bus nach Olafsvik erst um 9 Uhr abfährt
schauen wir uns noch ein wenig im BSI-Travel-Center um.
Um
kurz vor 9 Uhr stehen wir dann vor dem Bus. Unsere Rucksäcke werden
übereinander auf die Sitze, mit anderen Gepäckstücken verpackt. Mit
uns sitzen noch so 15 andere Leute im Bus. Wie immer wenn wir lange
Bus fahren, schlafe ich ein. Wenn Peter mich beim Stop in Borgarnes
nicht geweckt hätte, wäre ich wohl nicht wach geworden. In Borgarnes
regnet es auch. Also sieht‘s ziemlich grau und nebelig aus.
Nach
15 Minuten Pause geht’s weiter. In dem Moment, wo wir auf die Halbinsel
Snæfellsness abbiegen, sieht man die Sonne und, wie wunderbar den
Snæfellsjökull. Das ist ein klasse Anblick. Der Regen wird immer weniger
und die Sonne immer mehr. Kurz vor der Abzweigung nach Anarstapi müssen
wir den Bus wechseln. Von dort geht es über die Hochstrasse nach Olafsvik.
Das ist wirklich beeindruckend. Es geht sehr schnell hoch hinauf.
Das alles auf einer Schotterpiste. Das staubt vielleicht.
So
gegen 12.30 Uhr kommen wir dann endlich in Olafsvik an. Da der Reiseführer
eine Tour auf den Berg Enni empfiehlt, wollen wir das auch machen.
Aber vorher schauen wir uns noch den Wasserfall an und fotografieren
die Kirche. Von dort gehen wir dann, unsere Rucksäcke geschutert,
aber in Richtung Ortsausgang, wo ein Weg auf den Berg führen soll.
Da der Bus um 15.45 Uhr weiterfährt nach Stykkisholmur schaffen wir
es nicht, den Berg hinauf zu kommen. Dafür schauen wir Möwen beim
Nisten zu und ich probiere schon mal meine Kletterkünste aus.
So
gegen 15 Uhr sind wir wieder zurück an der Tankstelle und hocken uns
in die Sonne. Peter ist froh, dass er den Rucksack ablegen kann, da
er sich an das tragen noch nicht so ganz gewöhnt hat. Die Sonne macht
uns so langsam die ersten Probleme, da wir unsere Sonnenmilch tief
im Rucksack verpackt haben und wir im absoluten Windschatten sitzen.
Peter verbrennt sich dabei relativ schnell die Ohren.
Pünktlich
fahren wir und Susan, eine Schottin, mit dem Busfahrer in Richtung
Stykkisholmur. Susan erzählt uns, das die vergangene Nacht, für sie
die erste gewesen wäre, in der sie nicht gefroren hätte. Während der
Fahrt entdecken wir, dass wir wohl für die nächsten 2 Tage die gleichen
Ziele haben. Flatey!
Um
17.45 Uhr kommen wir dann endlich an unserem ersten Nachtquartier,
Stykkisholmur an. Der Campingplatz ist gleich hinter der Tankstelle
und besteht aus Rasen und einem kleinen Häuschen, wo sich die Toiletten
uns 4 Spülbecken befinden. Nachdem wir das Zelt aufgebaut haben, kochen
wir bei herrlichstem Sonnenschein Spaghetti a la Napoli. Das tut gut
und schmeckt gut. Nachdem alles im Zelt verstaut ist machen wir uns
auf den Weg zum Lebensmittelladen um fürs Frühstück Brot, Milch, Apfelsaft,
etc. zu besorgen. Peter hat auch noch Durst auf einen halben Liter
Leichtbier.
Am
Zelt zurück mache ich noch, während Peter sein Tagebuch füllt, eine
kleine Runde um einen Überblick zu bekommen und Fotos zu schießen.
Um 20 Uhr bin ich dann allerdings froh, dass ich in meine Penntüte
kriechen kann. Peter kommt eine halbe Stunde später. Er schreibt immer
noch. Der heutige Tag war sehr schön und ein guter Anfang unserer
Reise. Hoffentlich werden die nächsten 20 Tage und Nächte auch so
toll. Morgen soll der Wecker uns um 6.45 Uhr wecken, da um 9 Uhr die
Fähre nach Flatey abfährt. Gute Nacht.
12.
Juni 2001
Um
7 Uhr piept mal wieder der Wecker. Die Nacht war wirklich gut. Ich habe
hervorragend geschlafen. Aber jetzt heisst auf zu neuen Untaten. Um
9 Uhr legt schliesslich die Baldur in Richtung Flatey ab. Bevor wir
uns jedoch in Richtung Hafen begeben können müssen wir noch das Geld
für den Campingplatz bezahlen. 700 Kronen. Bis 8.15 Uhr schaffen wir
es alles zusammen zu packen und loszulaufen.
Nachdem
wir pflichtbewusst im Foyer des Schwimmbades unseren Obolus für den
Campingplatz bezahlt haben machen wir uns strammen Schrittes auf zur
Fähre. Diese liegt bereits im Hafen und mir geben ein wenig Gas, damit
wir noch mitkommen. Nachdem unsere Tickets überprüft wurden und wir
an Bord sind geht’s auch schon los.
Da
wir bis dahin noch nicht gefrühstückt hatten, holen wir das jetzt
nach. Dabei verschüttet Peter erst mal ein bisschen Milch über das
Deck, da sich die Tüte nicht gut öffnen lässt. Susan ist auch an Bord
und wir unterhalten uns ein wenig auf Englisch. Die Überfahrt
nach Flatey dauert ca. 1 ¾ Stunde und findet bei herrlichem Sonnenschein
und sehr viel kühlem Wind statt. Das beste Wetter für Sonnenbrände.
Um 10.45 Uhr legt die Baldur auf Flatey an.
Der
erste Anblick schockiert mich etwas, da die Anlegestelle nicht gerade
einladend aussieht. Es sieht eher alles sehr verkommen aus. Na ja.
Was solls ! Wir beschliessen trotzdem eine Nacht hier zu verbringen.
Also Rucksäcke auf und los gehts. Wir laufen um eine etwas vergammelte
Halle herum dem Weg folgend in die Ansiedlung. Susan begleitet uns
auch. Insgesamt hat es ca. 10 Minuten gedauert, bis wir das letzte
Haus erreicht haben und dabei keinen Campingplatz gefunden haben.
Wir
gehen noch mal zurück und fragen eine Frau, ob sie wüsste, wo denn
hier der Campingplatz wäre. Sie ist sehr hilfsbereit und zeigt uns
das Haus und die Wiese. Allerdings erzählt sie uns auch, dass er wahrscheinlich
noch gar nicht geöffnet sei. Wir versuchen es trotzdem. Als wir an
dem Haus ankommen kommt eine Frau heraus und erzählt uns, dass der
Campingplatz noch nicht geöffnet wäre und alles voller Schafskot liegen
würde. Wenn wir aber bleiben wollten könnten wir das tun. Bezahlen
bräuchten wir dafür nicht. Dieses Angebot nehmen wir natürlich dankend
an.
Wir
machen uns also ans Werk und befreien unseren ausgesuchten Zeltplatz
vom Schafskot. Dann bauen wir das Zelt auf, wobei es durch den vielen
Wind immer wieder mal versucht abzuhauen. Schließlich steht es aber
doch. Mittlerweile ist es mittag geworden und wir beschliessen heute
Kartoffelpüree mit Currywurst zu essen. Das mit der Currywurst gelingt
auch noch einigermassen. Das Kartoffelpüree schmeckt auf grund der
fehlenden Milch und zu viel Wasser überhaupt nicht. Der Hunger treibt
es allerdings rein.
Nun
sind unsere Mägen beruhigt und wir Tatendurstig. Also machen wir uns
daran die Insel zu erkunden. Der erste Gang führt uns zur Kirche.
Die Innendecke der Kirche ist mit einem Ölgemälde bemahlt. Es sieht
sehr beeindruckend, aber auch duster aus. So nach Sturm, Orkan und
Toten. Aber doch schön. Beim verlassen tragen wir uns noch ins Gästebuch
ein.
Wir
machen uns auf den Weg den unbewohnten Teil der Insel kennen zu lernen.
Dabei haben wir nicht bedacht, dass gerade Brutzeit ist. Als wir über
die Wiesen gehen werden wir ständig von aufgebrachten Möwen beschrieen.
Das kommt einem schon fast unheimlich vor. Am Ende der Wiese nehmen
wir dann auch den Trampelpfad zurück zu den Häusern. Dabei entdecken
wir dann auch ein Schild, dass einem das weitergehen zu diesem Teil
vom 15. Mai bis zum 15. Juli verbietet. Leider haben wir das Schild
zu spät gesehen. Hoffentlich haben wir die Vögel nicht zu sehr erschreckt.
Wir
spazieren dann noch mal bis zum Hafen und machen es uns im Windstillen
in der Sonne gemütlich. Ich schlafe dabei ein. Nach einer Stunde weckt
Peter mich, da ihm die Sonne zu ungemütlich wird. Mir brennt mittlerweile
auch das Gesicht und wir beschließen uns ein wenig ins Zelt zurück
zu ziehen.
Daraus wurden dann knapp 3 Stunden. Um 19 Uhr erwache ich davon, dass
ich kalte Arme habe. Wir beschließen noch eine Tomatensuppe zu kochen.
Da inzwischen schon zum zweiten Mal das Wasser alle ist holt Peter
noch mal 3 Liter von der netten Frau. Toll das die das einfach so
machen.
Nach
der Suppe kann ich mich aber zu nichts mehr aufraffen. Pete macht
noch einen kleinen Rundgang. Als er zurückkommt will er unbedingt
heute nacht zum Sonnenuntergang wieder aufstehen. Also stelle ich
den Wecker auf so um 24 Uhr. Als der klingelt gehen wir beide nach
draußen. Ich eher missmutig, da ich gerade so schön geschlafen habe.
Peter hofft indes auf einen Sonnenuntergang. Um kurz nach Mitternacht
ist mir das alles zu kalt und ich mache mich auf den Weg ins Zelt.
Die
Sonne geht einfach nicht unter. Ich habe aber ein paar schöne Fotos
von der Sonne und der Umgebung gemacht. Peter wollte noch ein wenig
länger bleiben, kommt aber kurze Zeit später nach. Auch er hat es
aufgegeben.
13.
Juni 2001
8
.30 Uhr. Heute können wir ausschlafen. Die Fähre kommt erst um 10.45
Uhr. Also stehen wir gemütlich auf. Die Sonne scheint schon wieder.
Kaum zu glauben. Zudem hat der Wind aufgehört. Es ist fast windstill.
Hervorragend. Bei allerbester Laune packen wir unsere Sachen zusammen
und verabschieden uns von Susan, die heute mit der Fähre zurück nach
Stykkisholmur fahren muss, da sie am Freitag zurück nach Schottland
fliegt. Schade !
Am
Anleger angekommen essen wir unsere letzten 2 ½ Schnitten Brot, die
wir noch besitzen. Das dass die letzte ordentliche Mahlzeit für heute
sein sollte haben wir dabei noch nicht registriert. Lehrgeld! Wir
dachten ja wir könnten in Brjanslækur noch Brot einkaufen.
Kurz
bevor die Fähre kommt, beobachten wir noch ein Papageientaucherpärchen
beim Flirten und helfen einem kleinerem Boot es am Steg zu vertauen.
Der Besitzer wartet wohl auch auf die Fähre. Um 10.45 Uhr legt die
Fähre dann auch pünktlich an. Bevor wir an Bord gehen können, kommen
erst mal die Aussteigenden Fahrgäste die Gangway herunter. Unter anderem
ein älterer deutscher Herr, der von einem der Matrosen immer auf deutsch
wissen will wie lange die Fähre hier bleibt. Ich mach ihm klar, dass
sie sofort weiterfährt. Also geht er missmutig zurück an Bord, da
er wohl verstanden hatte, dass die Fähre hier 1 ½ Stunden vor Ort
bleibt.
Der
Matrose bietet ihm noch an, dass er mit der letzten Fähre heute abend
weiterfahren kann und sie sein Auto derweil in Brjanslækur abstellen
würden. Dem traut er aber wohl nicht und bleibt an Bord. Tja. Wer
nicht will der hat schon. Um 12 Uhr legt die Fähre in Brjanslækur
an. Zu unserem erstaunen gibt es dort keine Möglichkeit einzukaufen.
Also vertrösten wir uns auf die nächste Tankstelle, an der angehalten
wird. Wir steigen in den Bulli nach Latrabjarg. Ein Mercedes. Die
Fahrerin ist sehr nett. Mit uns fährt noch Katharina, die in Reykjavik
ein Praktikum in einem Architekturbüro macht. Sie hat 5 Tage Urlaub
und wollte sich unbedingt mal Snæfellsness und vor allendingen die
Westfjorde anschauen.
Die
Fahrt nach Latrabjarg entwickelt sich zu einem echten Abenteuer. Zuerst
fahren wir ein wenig an der Küste entlang. Doch schon sehr bald geht’s
die Berge herauf. Natürlich ist hier die Strasse nicht mehr asphaltiert.
Wir fahren durch ein beeindruckendes Hochland. Peter bekommt die Knipsomanie.
Er fotografiert ständig aus dem Bus heraus. Hoffentlich geht das gut.
Bei
der Abfahrt ins Tal stehen dann plötzlich ein Bagger und ein Raupe
und LKW’s im Weg. Diese richten wohl gerade die Strasse wieder her.
Leider wird hier nichts abgesperrt, so dass wir mitten durch die Baustelle
müssen. Links die Fahrzeuge und Rechts der Abgrund. 400 Meter tiefer
kann man in den Fjord sehen. Mit viel geholper aber sehr suverän schafft
Maria, unsere Fahrerin es, sich dadurch zu wühlen. Das beruhigt mich
dann.
Bevor
wir endgültig Richtung Latrabjarg fahren können, müssen wir noch nach
Patreksförður. Dort liefern wir an einer komischen Spelunke einige
Pakete und ein neues Tau ab. Beim versuch die Ladetüren zu schließen
bemerkt Maria, dass irgendetwas harkt. Aber das ist bei dem ständigen
gerappel wohl kein wunder. Irgendwie schafft sie es dann die Tür zu
schließen und die Fahrt geht weiter.
Wir
umfahren den Fjord. Das sieht toll aus, da das Wasser ganz grünbläulich
schimmert. Peter fotografiert schon wieder. Wir haben ja genug Filme
dabei.
Um
13.45 Uhr machen wir mitten im Nichts pause an einem Volksmuseum in
Hnjöti. Die Dame bittet uns das Museum zu besuchen. Falls wir es nicht
ganz schaffen würden könnten wir ja auf dem Rückweg weiterschauen.
Wir gehen als rein. Es ist alles mögliche ausgestellt. Eben das Leben
der Isländer von ca. 1800 bis in die 80er Jahre. Alles ist mit sehr
viel Liebe zum Detail hergerichtet.
Da
wir um 14.10 Uhr weiterfahren beschließen wir den Rest auf dem Rückweg
anzuschauen. Um 14.55 Uhr kommen wir dann endlich am ersehnten Ziel
an. Latrabjarg. Hier ist man am westlichsten Zipfel Europas. Zudem
und das fasziniert mich wesentlich mehr gibt es hier Unmengen an Papageientauchern
(Puffins). Jetzt habe ich die Fotomanie. Wir gehen an den Klippen
entlang den Berg hoch. Das ist wirklich klasse. Da wir aber nur 1
½ Stunden Aufenthalt haben müssen wir dann bald auch wieder runter.
Von den Klippen kann man auch hervorragend den Snæfellsjökull erkennen.
Das ist eine Wahnsinns Aussicht, die man hier hat. Man muss nur aufpassen,
dass man nicht von den Klippen geweht wird.
Um
16.25 Uhr machen wir uns dann auf den Rückweg. Schließlich wollen
wir heute noch bis nach Isaförður. Die Strecke ist wieder die gleiche.
Im Museum schauen wir uns dann noch eine aktuelle Fotoausstellung
mit Bildern aus Island an. Ausserdem ist dort auch noch die erfolgreiche
Rettungsaktion von Latrabjarg im Jahre 1947 ausgestellt. Dort geriet
ein englisches Schiff zu nah an die Klippen und zerbrach. Gott sei
Dank gab es viele mutige Isländer, die die Besatzung retten konnten.
Inzwischen
sind wir zu viert. Ein Engländer ist zwischendurch eingestiegen. Ich
wage mir gar nicht vorzustellen, wie wir nun an der Baustelle bergauf
wieder vorbeikommen sollen. Aber zu meinem erstaunen klappt das wirklich
gut. Um 19.10 Uhr sind wir dann wieder in Brjanslækur an. Die Fähre
hat auch gerade angelegt. Nun steigen noch ein paar Leute zu. Marcel,
der quatschende Holländer, Guiseppe der flaksige Italiener und ein
Israeli. Marcel erzählt ständig irgendetwas. Das ist irgendwie komisch,
aber auch ganz okay. So kommt man wenigstens ins Gespräch.
Nun
geht’s erst mal bis zum Hotel (1 KM vom Anleger). Maria teilt uns
mit, dass wir erst um 19.45 Uhr weiterfahren werden. Also wieder raus
aus dem Bus. Wir erstehen eine Tafel Schokolade und etwas zu trinken.
Brot gibt’s hier auch so nicht zu verkaufen. Dann geht’s endlich weiter.
Nun wird die Gegend wieder interessant. Da wir nicht die einzigen
sind, die Fotografieren wollen hält Maria ab und zu mal an, damit
es besser geht. Das bringt zwar unseren Fahrplan etwas nach hinten,
aber das ist es allemal Wert.
Sie
hält für uns sogar extra am Dröhner, dem tollsten Wasserfall der Westfjorde
an. Nach langer Fahrt kommen wir dann so gegen 23.45 Uhr in Isafjöður
an. Maria bringt uns netterweise sogar direkt bis zum Campingplatz.
Bis zu diesem Zeitpunkt war das Brot heute, die letzte vernünftige
Mahlzeit. Da wir beide sehr viel Hunger haben kochen wir, nachdem
wir das Zelt aufgebaut haben Spaghetti, die uns auf Grund der Menge
fast noch anbrennen. Müde und satt verschwinden wir so gegen 1 Uhr
im Zelt.
Man
verliert hier jegliches Zeitgefühl. Den Lichtverhältnissen nach könnte
es auch erst 18 Uhr sein. Morgen wollen wir uns auf jeden Fall als
aller erstes mit ner Menge Brot und anderen Lebensmitteln eindecken.
Da der nächste Bus erst am Freitag fährt bleiben wir ja zwei Tage
vor Ort. Gute Nacht !
14. Juni 2001
Da
wir erst spät in den Schlafsack gekommen sind, schlafen wir heute aus.
Um 9 Uhr stehen wir auf, waschen uns und machen uns auf die Suche nach
dem nächsten Lebensmittelladen. Den finden wir dann auch sehr schnell.
Nun gibt’s einen Grosseinkauf. 2 Brote und diverse andere Dinge. (3.000
ISK)
Wir
beschließen vor der Touristeninformation zu frühstücken, da wir sicherheitshalber
noch mal nach dem Bus fragen wollten und einer kleineren Wanderroute.
Bevor wir uns auf die Suche nach der Touristeninfo machen treffen
wir den Engänder wieder und er beschreibt uns den Weg dorthin. Vor
der Touristeninfo stehen Bänke und Tische, so dass wir dort genüsslich
Frühstücken.
Währenddessen
treffen wir Katharina, Marcel, Guiseppe und ein Paar von der Fähre
wieder. Die Dame in der Information zeigt uns einen Wanderweg und
bestätigt uns nochmal, dass der Bus am Freitag von der Touristeninformation
abfährt.
Nach
dem Frühstück machen wir uns auf zum wandern. Da wir sowieso am Zeltplatz
vorbeikommen entledigen wir uns dort einiger Dinge. Dann geht weiter
den Berg rauf. Bis wir oben sind begegnen wir wieder dem Engländer
und Katharina. Dort oben ist ein Skigebiet und wir fragen uns wie
gut man wohl bei Scheinwerferlicht Skifahren kann. Egal.
Wir
geniessen die Sonne und den schönen Ausblick. Natürlich machen wir
auch Fotos von den kleinen Wasserfällen und der Umgegend. Um 14 Uhr
sind wir dann wieder Bergab gelaufen. Bis wir dann wieder am Zeltplatz
waren, hat es noch 1 ½ Stunden gedauert. Ich hatte eigentlich gedacht,
dass das schneller gehen würde. Aber so unterschätzt man die Wege.
Im
Dorfkern haben wir uns dann ein grosses Softeis gegönnt. Peter wollte
unbedingt noch etwas auch der Bäckerei. Er kam mit zwei Staubtrockenen
Kümmelbrezeln zurück. Einmal und nie wieder.
Da
wir sonst nichts mehr vorhatten, haben wir beschlossen Postkarten
zu schreiben. D.h. erst mussten wir mal welche kaufen. Dann haben
wir uns wieder vor die Touristeninfo gehockt und an Norbert und Katrin,
Gerda und Georg, die Uhlenbrocks Family, Dirk und Britta Karten geschrieben.
Diese haben wir dann bei der Post eingeworfen. Zumindest die von denen
wir die genaue Adresse wussten. Die anderen haben wir erst am Zelt
vervollständigt. Die kommen dann erst morgen weg.
Zum
Abendessen gab‘s Tomatensuppe Gärtnerinnen Art und Brot. Mittlerweile
ist es 20 Uhr und ich bin totmüde. Da die Sonne es nicht mehr über
die Berge schafft wird es auch gleich sehr viel kühler. Also ab ins
Zelt und schlafen.
Morgen
geht’s dann ja noch einmal einen ganzen Tag im Bus weiter nach Akureyri.
15.
Juni 2001
Um
8.20 Uhr war ich froh endlich aufstehen zu können. Ein dringendes Bedürfniss
liess nicht mehr locker. Also raus aus dem Schlafsack und aus dem Zelt.
Als ist das Zelt öffne scheint die Sonne mir direkt ins Gesicht. Ich
freue mich auf einen hoffentlich erlebnisreichen sonnigen Tag. Der heutige
Tage ist allerdings sehr stark vom sitzen im Bus geprägt, da wir eine
grosse Strecke vor uns haben. Wir wollen von Isafjörður nach Akureyri.
So
gegen 10 Uhr, nachdem wir mal wieder herrlich in der Sonne (allerdings
bei sehr kaltem Nordwind) gefrühstückt haben und alles in unseren Rucksäcken
verpackt ist machen wir uns auf den Weg zur Busstation bei der Touristeninformation.
Auf dem Weg zur Busstation treffen wir Katharina, deren Weg seit dem
wir sie am Mittwoch auf der Fähre von Flatey nach Brjanslækur kennengelernt
haben, der gleiche ist. Sie fährt heute allerdings nicht die Ganze Strecke
mit uns. In Bru werden wir umsteigen in den Bus nach Akureyri und sie
fährt weiter zurück nach Reykjavik.
Der
Bus oder besser Bulli, der um 11.10 Uhr um die Ecke biegt kommt uns
sehr bekannt vor. Es ist der gleiche, mit dem wir am Mittwochabend in
Isafjörður angekommen sind. Nur diesmal ist es ein männlicher Fahrer,
der uns bis Hellisandur bringen will. Wir fahren entlang der Fjorde
und der Weg ist sehr abwechslungreich, was die Landschaft betrifft.
Nach 2 Stunden machen wir mitten in der Pampa an einer Cafebude mit
Tankstelle eine Pause.
Um
15.45 Uhr kommen wir dann wohl gelaunt in Hellisandur an. Hier müssen
wir in den Bus nach Reykjavik umsteigen. Dieser fährt dann um 16.15
Uhr auch pünktlich los. Nun haben wir noch 2 Stunden Fahrt bis Bru,
wo wir uns von Katharina verabschieden müssen. Mit an Bord sind natürlich
auch wieder alle anderen gewesen. Marcel, Giuseppi, der Engländer, etc.
Um
18.15 Uhr sagen wir, Marcel und Guiseppi Katharina lebe wohl. Wir müssen
hier nun 1 1/2 Stunden auf den Bus nach Akureyri warten. Diese Zeit
nutzen wir um uns den Bauch mit frittierten Kartoffeln, Hamburger und
Fisch zu füllen. Die Bedienung war trotz des vollen Ladens sehr nett
und hat mit einer Engelsgeduld uns die einzelnen Menüs erklärt. Das
fanden wir sehr gut.
Nachdem
die Bäuche gut gefüllt waren, habe ich noch kurz zu Hause angerufen
und gemeldet, dass wir noch leben. Draussen war es inzwischen immer
windiger und kälter geworden. Beim warten auf den Bus haben wir ganz
schön geschnattert. Der Bus, der normalerweise um 19.45 Uhr kommen sollte
hatte doch nun tatsächlich Verspätung. Das kommt auf Island sehr selten
vor. Aber bei der Strecke von Reykjavik bis Bru kann das schon mal vorkommen.
Um 20.10 Uhr kam der Bus dann endlich und wir waren froh aus dem kalten
Wind herauszukommen.
Im
Bus haben wir uns entschieden uns auf die letzte Sitzbank nieder zu
lassen, da dort noch alles frei war. Warum das so war haben wir dann
während der Fahrt des häufigeren feststellen müssen. Bei jedem noch
so kleinen Schlagloch sind wir in die Höhe gesprungen. Nein, nicht weil
wir das toll fanden. Wir konnten gar nicht anders, da der Bus so geschaukelt
hat.
23.30
Uhr. Endlich haben wir unser heutiges Tagesziel erreicht. Es fängt zum
erstenmal an zu fieseln. Na ja. Das macht ja nichts. Von der Busstation
geht’s Bergauf an der Kirche vorbei zum Campingplatz. Da es hier auch
hell ist merkt man wieder mal nichts von der Uhrzeit.
Am
Campingplatz angekommen haben wir gerade noch die Chance unsere Gebühren
für zwei Tage zu bezahlen. Nach uns macht der Wärter dicht. Wir bauen
dann auch nur noch schnell das Zelt auf und verschwinden in unseren
Schlafsäcke.
16.
Juni 2001
Das
einschlafen gestern war sehr mühsam. Grölende Isländische Jugendliche
haben laute Musik bis in den frühen Morgen herein gemacht. Um 7 Uhr
meldet sich dann auch noch der Wecker. Oh nein, umdrehen weiterschlafen.
Leider war Peter jedoch schon wach und meine Blase hat sich auch mal
wieder gemeldet. Da hilft nichts, ich muss aufstehen. Heute wollten
wir ein paar Touren für die nächste Woche buchen und haben uns schon
sehr darauf gefreut, da diese Touren, zumindest auf dem Papier eine
der interessantesten auf Island gewesen wären.
Wären,
ja leider. Die schönste Tour zur Askja konnte nicht gebucht werden,
da die Wegstrecke dorthin noch nicht freigegeben war. Die Dettifoss
Super Tour konnten wir nicht buchen, da wir die einzigen waren, die
sich bisher angemeldet hatten. Allerdings hat man uns dort vorgemerkt.
Da wir eh vorhatten am Sonntag zum Mývatn zu fahren sagte uns die Dame,
dass wir dann noch mal am Campingplatz nachfragen sollten. Soviel also
zu unserem erfolgreichen Buchen der Touren.
Heute
schien mal wieder die Sonne. Da Peter eh schon verbrannte Ohren hatte
wollten wir mal nachschauen, ob es nicht vielleicht einen Hut mit breiter
Krempe im Outdoorladen für ihn gab. Also haben wir uns auf den Weg zum
Outdoorladen gemacht. Da der Laden erst um 10 Uhr öffnete und es erst
9.45 Uhr war sind wir erstmal in das gegenüberliegende Einkaufszentrum
gelaufen und haben uns mit Lebensmitteln versorgt. Im Outdoorladen hatten
wir allerdings auch keinen Erfolg. Einen Hut, wie wir ihn wollten gab
es nicht. Pech.
Auf
dem Rückweg zur Stadt hatten wir das Gefühl, dass es irgendwie wuseliger
wurde. Kein Wunder. Mitten auf dem Marktplatz standen auf einmal viele
Frauen und Kinder in Roten T-Shirts. Es war ein Frauenvolkslauf und
von der Omi bis zur Enkeltochter war alles vertreten. Toll. Das zuschauen
hat richtig viel Spass gemacht. Soweit wir das verstehen konnten, durfte
jeder eine Strecke von 1 bis 5 Kilometern laufen, joggen oder spazieren.
Dabeisein war hier wirklich alles. Toll.
Inzwischen
war es 11.30 Uhr geworden und wir sind durch diverse Souvenirshops wieder
an der Touristeninfo gelandet. Im Reiseführer stand noch ein besonders
tolles Gewächshaus, was auch gleichzeitig ein Cafe wäre beschrieben.
Also haben wir uns aufgemacht. Leider war jedoch alles geschlossen.
Schade. Aber von aussen sah es auch schon sehr gut aus.
Nach
einer kleinen Postkartenschreibaktion sind wir in den Botanischen Garten
gelaufen. Dort sieht man angeblich alle Pflanzen Islands. Der Garten
ist für eine 15.000 Einwohner Stadt wirklich eine tolle Leistung. Inzwischen
wurde das Wetter etwas grau. Wir sind also zurück zum Zeltplatz und
haben unsere Sachen dort abgelegt. Dann gings ins gegenüberliegende
Freibad. Dort haben wir dann auch Marcel wiedergetroffen.
Diese
Hot Pots haben es wirklich in sich. Nach 10 Minuten in fast 40 Grad
warmen Wasser musste ich raus. Ich habe dann erstmal ein paar Bahnen
im normal 27 Grad warmen Wasser geschwommen. Um 17.30 Uhr waren wir
dann zurück am Zelt. Dabei habe ich mich auch schon sehr auf unser Abendessen
gefreut. Kartoffelpürree mit Würstchen.
Als
wir um 18 Uhr dann endlich los legen wollen müssen wir einen herben
Rückschlag einstecken. Vom Gaskocher bricht der Gasschlauch ab und mit
kochen ist erstmal nichts. Es ist Samstagabend und alle Geschäfte haben
bereits geschlossen. Sch....!!! Da bleibt uns wohl nichts anderes übrig
als zur nächsten Tankstelle zu laufen und zu schauen, ob es dort Gaskocher
gibt, die auch auf unsere Kartusche passen.
Also
machen wir uns auf den Weg. An der Tankstelle angekommen boxt dort der
Papst im Kettenhemd. Alte aufgemotzte amerikanische Autos fahren dort
rennen. Gott sei Dank nur auf einer abgesperrten Strasse. Das quietschen
der Reifen hört man jedenfalls schon lange vorher. An der Tankstelle
stinkt es fürchterlich nach verbranntem Gummi. Kein Wunder, so wie die
Jungs ihre Reifen quietschen lassen.
In
der Tankstelle erstehen wir für 5.200 ISK einen Coleman Gaskocher. Das
ist eine ungeplante Ausgabe, aber notwendig. Wie sollen wir sonst an
warmes Wasser kommen. Um 20 Uhr gibt’s dann endlich was zu essen. Der
Kocher funktioniert wirklich einwandfrei. Nach dem essen überdenken
wir noch mal unsere Route für die nächsten Tage. Sicher ist, dass wir
morgen mit dem Bus vorbei am Goðafoss zum Mývatn fahren möchten. Was
dann kommt werden wir mal sehen.
Um
22 Uhr verkriechen wir uns endgültig ins Zelt. Schliesslich soll's morgen
um 5.30 Uhr wieder los gehen, da der Bus bereits um 8.30 Uhr losfährt.
Der Zeltplatz in Akureyri gefällt mir nicht sehr gut, da er rundherum
von sehr stark befahrenen Strassen umgeben ist. Zudem kommt wohl hinzu,
dass wir am Wochenende vor dem Nationalfeiertag da waren, wo die Jugendlichen
wohl die ganze Nacht halligalli machen.
Mir wäre Ruhe lieber gewesen.