Dritter Tag auf dem Kungsleden
von Tjäkta zur Sälka Hütte (ca. 13 KM)


Montag, 26. August 2002

Um 6.30 Uhr klingelt unser Wecker. Draußen ist es stark bewölkt, aber trocken. Ich gehe nach draußen zum Waschen und Zähneputzen. Nach dem Anziehen frühstücken wir in der Küche, die wir noch für uns alleine haben, da die meisten noch schliefen. Zum Frühstück gibt es, wie gestern, Knäckebrot mit „Nuss Nugat Creme“ aus der Tube und Multivitaminsaft aus entsprechenden Brausetabletten.

Da es jetzt etwas nieselt und kühl ist, ziehe ich meine Regenjacke und Regenhose an, die Rucksäcke verpacken wir in ihre Regenhüllen. Als wir gegen 8.00 Uhr losgehen, hört der Regen wieder auf. Wahrscheinlich hätte es ohne das anlegen der Regenbekleidung weiter geregnet.

Heute sollte wir den höchst Punkt unserer Wanderung erreichen, den als etwas schwierig beschriebene Tjäktja-Paß mit 1130 Meter. Da wir an der Hütte schon auf 1010 Metern waren, konnte die Steigung aber nicht mehr so steil sein. In 3 km würden wir den Pass erreicht haben.

Bis zum Pass war der Weg gut zu laufen, es ging nur leicht bergauf, nur das letzte Stück von etwa 30 bis 50 Höhenmetern war etwas steiler. Den höchsten Punkt des Passes konnte man schon von weitem an der Nothütte dort erkennen. Aber wirklich schwierig war der Weg bi zum Pass nicht, da haben wir am Peer-Gynt-Weg ganz andere Höhen bezwungen.

An der Nothütte angelangt, konnten wir schon einen Teil des Tals erblicken, das wir noch durchqueren mussten. Es ging noch ca. 100 bis 150 Meter steiler bergab, danach wurde der Weg wieder flacher. Nachdem der Pass hinter uns lag, dachten wir, jetzt würden wir entspannt und ohne weitere Schwierigkeiten die Sälka-Hütte erreichen, aber dies war ein Irrtum.

Ca. 4 km hinter dem Pass kam eine kleine Brücke über einen Fluss und dahinter wurde der Weg sehr unangenehm. Es ging nur noch über zahllose Steine und Geröllfelder. Steine in allen Formen und Größen lagen dort herum und wir empfanden sie mit der Zeit als Tortur für die Füße. Erst kurz vor der Hütte wurde der Weg besser.

Wir waren froh, dass wir um 13.00 Uhr endlich die Hütte erreichten. Insgesamt hatten wir noch Glück mit dem Wetter, es ist die ganze Zeit rocken geblieben, nur meine Hose unter der Regenhose war feucht vom Schwitzen.

Wir setzten uns in die gemütliche Küche und nachdem ich mich umgezogen hatte, ging ich zu gegenüberliegenden Hütte, um zu bezahlen. Die Sälka-Hütte war größer als die Tjäktja-Hütte und hatte einen kleinen Kiosk. Es gab dort sogar einen Sauna in einer Einzelhütte (für 40 SEK). Im Kiosk kauft ich Süßigkeiten, Tee und für heute Abend ein Bier (Lapin Kulta).

In unserer Hütte waren auch zwei Deutsche aus Hamburg, ein Vater, der mit seinem Sohn bis Kvikkjokk wandern wollte. Da es recht kühl war, feuerte der Sohn erst mal den Holzofen in der Küche an. Während Astrid sich nachmittags ins Bett lege, schrieb ich noch bis 15.30 Uhr in meinem Tagebuch und legte mich dann ebenfalls hin.

Gegen 16.00 Uhr sind wir wieder aufgestanden und haben uns in die mittlerweile warme Küche gesetzt. Jetzt hieß es im wahrsten Sinne des Wortes „Abwarten und Tee trinken“, denn wir kochten uns noch einen Tee. Gegen 18.00 Uhr haben wir dann das Abendessen vorbereitet, es gab Tomatensuppe und Spaghetti mit Napoli-Sauce.

Mittlerweile war es bullig warm in der Hütte, denn seit mittags lief der Ofen. Gegen 20.030 Uhr gingen wir auf unser Zimmer und schliefen um 21.30 Uhr ein.