Vierter Tag auf dem Kungsleden
von Sälka nach Singi (ca. 12 Km)



Dienstag, 27.08.2002

Heute ist der vierte Tag unserer Wanderung. Als wir uns so gegen halb sieben aus dem Bett pellen sieht das Wetter nicht gerade einladend aus. Es nieselt ein wenig und die Wolken hängen ziemlich tief. Ich befürchte wir werden den Kebnekaise heute nicht zu Gesicht bekommen.

Heute ist auch unser Standesamtlicher Hochzeitstag. Woran wir aber zunächst gar nicht denken. Wir erledigen unsere Morgenwäsche am Fluss und wärmen uns beim Frühstücken im Haus noch mal auf.

Dann laufen wir los. Die Hüttenwärterin wünscht uns noch einen guten Weg, und bedauert das nicht ganz so tolle Wetter. Wir sagen, dass man es sich ja nicht aussuchen kann und wir es so nehmen müssen wie es kommt. Wir verabschieden uns und gehen los.

Die ersten zwei Stunden geht es sehr gut vorwärts. Es gibt keine nennenswerten Steigungen und ab und zu sind wieder Holzbohlen ausgelegt. Unterwegs werden wir noch von einer Frau überholt, mit der ich gestern Abend schon gesprochen habe. Sie fragt uns nach unserem Ziel. Dabei stellen wir fest, dass wir das gleiche Endziel haben. Kebnekaise Fjellstation. Da sie aber einen wesentlich flotteren Schritt drauf hat, verlieren wir sie recht schnell aus den Augen. Alleine zu wandern kommt für mich nicht in Frage, denke ich als Peter genau den gleichen Gedanken ausspricht.

Wir halten an und machen eine kleine Pause. Dabei fällt uns zum ersten Mal an diesem Tag auf, dass wir heute unseren standesamtlichen Hochzeitstag haben. Wir machen ein gemeinsames Foto. Währendessesn laufen Vater und Sohn aus unserer Hütte an uns vorbei.

Während unserer Wanderung tauchen immer wieder Helikopter auf. Es ist deutlich zu merken, dass wir sehr nahe (was die Helikopterstrecke angeht) an der Zivilisation sind. Vielleicht fliegen auch einige eine Sightseeing Runde oder zum Kebnekaise. Einen können wir erkennen, der einen großen BigPack am Haken hat.

Hinter erzählt uns jemand, dass es vielleicht auch Samen sein könnten die ihre Rentiere zusammentreiben, da es langsam Winter wird. Um den Mittag herum erreichen wir Singi, unsere heutige Station. Vater und Sohn sind auch schon da. Gestern hatten sie noch erzählt, dass sie weiter laufen wollten. Dem Sohn (+/- 30 Jahre alt) war es aber wohl zu viel. Er mault nur rum und scheinbar fühlt er sich krank. Den ganzen Tag verkriecht er sich in seinem Bett und kommt nur zum rauchen nach draußen.

Nachdem wir zum Mittag Multivitaminsaft und Kekse verspeist haben gehen wir noch mal ein wenig nach draußen. Die Sonne scheint z. Zt. und es ist herrlich draußen zu sitzen. Gerade kommen auch noch ein Schwede und zwei schwedische Frauen (ich vermute Mutter und Tochter), die wir auch schon in Alesjaure gesehen haben an der Hütte an.

Eine Stunde später regnet es bereits wieder. Im Laufe des Tages kommen noch eine ganze Menge Wanderer. Viele scheinen von Kebnekaise hochgelaufen zu sein. Sie alle sehen ziemlich nass und vom Wind zerzaust aus. Wir sind froh, dass wir es vor dem großen Regen geschafft haben.

Morgen wollen wir nach Kebnekaise und mal schauen, ob wir direkt weiterlaufen nach Nikkaluokta. Eine weitere Möglichkeit wäre eine Nacht in der Fjellstation zu bleiben und dann morgens weiterzulaufen. Unter Umständen soll es ja auch möglich sein mit dem Helikopter zu fliegen.

Den Rest des Abends verbringen wir mit Rommee spielen. Es ist meistens ziemlich ausgeglichen. Bevor wir uns ins Bett verkriechen muss ich noch mal auf die Toilette. Ich gehe in den Vorraum zur Hütte, wo inzwischen so viele Schuhe stehen, dass ich Mühe habe meine zu finden. Zudem stehen dort nicht nur unsere Meindl Island PRO. In Peters' Größe stehen mindestens 3 Paar dort. Meine ist Gott sei Dank nur einmal vertreten.