Letzter Tag auf dem Kungsleden
von Singi zur Kebnekaise Fjellstation (ca. 13 KM)



Mittwoch, 28. August 2002

Wie schon gewohnt, klingelt wieder um 6.30 Uhr unser Wecker. IN der Nacht hatte es ordentlich gestürmt und geregnet, aber heute morgen schien der Himmel sich aufzuklären. Dafür wehte ein ziemlich kalter Wind.

Aber zunächst folgt die übliche Prozedur: Aufstehen, Waschen, Frühstücken und Rucksäcke packen. Schon gegen 7.20 Uhr waren wir wieder startklar. Auf die Regenhose verzichte ich diesmal, nur der Rucksack bekam wieder seine Regenschutzhülle verpasst. Die Regenjacke zog ich schon allein wegen des Windes an.

Wir kamen gut voran und die ersten 2,5 Stunden begegnete uns niemand. Der Wind war ziemlich kalt, aber er kam zum Glück fast immer nur von hinten. Nach etwa 2/3 der Strecke erwischte uns ein kräftiger Schauer, der vor allem unsere Hosen von hinten durchnässte. Der Wind pustete uns bald wieder trocken, aber wärmer wurde uns dabei nicht.

Die letzten drei Kilometer wurden wieder sehr unangenehm. Es ging nur noch über dickes Geröll und der Wind pfiff uns um die Ohren. Gegen 12.15 Uhr erreichten wir nach einigen Flüchen dann doch noch die Kebnekaise-Fjällstastion. Im Vergleich zu den einfachen Hütten war diese sehr nobel ausgestattet. Es gab ein Restaurant, ein Café, Wassertoiletten und Duschen und einen kleine Laden.

Die Rezeption hatte allerdings Mittagspause von 12.00 Uhr bis 14.00 Uhr. Am „schwarzen Brett“ lasen wir, dass um 14.15 Uhr ein Helikopter für 420 SEK pro Person nach Nikkaluokta fliegen würde. Wir fragten im Kaffee nach, wo man Karten kaufen kann und erfuhren, dass wir ab 13.00 Uhr uns in dem Laden melden können.

Bis dahin tranken wir einen warmen Kakao und entspannten unsere Füße. Als wir die Karten mit der Eurocard bezahlen wollten, was an sich kein Problem war, klappte es leider nicht mit der Verbindung, so dass wir nur bar bezahlen konnten. Wir kauften noch ein paar Postkarten und hatten anschließend nur noch ca. 20 SEK Bargeld übrig.

Pünktlich um 14.10 Uhr kam der Hubschrauber und es brachte Lebensmittel für die Hütte und auch einige Rucksäcke mit. Wer als Wanderer sein Gepäck nicht mitschleppen möchte, hat zumindest auf einigen Strecken die Möglichkeit, sein Gepäck per Hubschrauber transportieren zu lassen.

Als der Hubschrauber entladen war, konnten wir zusammen mit einem Paar aus Schweden, einem weiterem Wandere und dem Piloten an Bord gehen. Mehr als 6 Personen passen auch nicht in den Hubschrauber.

Wir waren gerade eingestiegen und angeschnallt, da ging es auch schon los. Der Himmel hatte sich aufgelockert, die Sonne schien und entsprechend gab es einen tollen Blick auf die herbstliche Landschaft mit rotbraunen Birken, blauen Flüssen und Seen und den Bergen. Leider kamen wir schon nach 15 Minuten im 19 Kilometer entfernten Nikkaluokta an.

Neben dem kleinen Landeplatz gab es dort nur wenige Häuser und ein Café. Zuerst gingen wir zur Bushaltestelle, obwohl wir bereits wussten, das der Bus erst um 17.35 Uhr kommen würde. Inzwischen fiel uns ein, das unsere 20 SEK wohl kaum für die Busfahrkarte ausreichen würde. Kartenzahlung ist dort wahrscheinlich nicht möglich und es gab in diesem Nest keine Bank und bestimmt auch keinen Geldautomaten. Unsere letzte Hoffnung war das Café.

Aber dann kam alles ganz anders. Als wir Richtung Café zurückgingen, fragt uns das Paar aus Schweden wo wir hin wollten. Wir hatten Glück, die beiden wohnten in Kiruna und nahmen uns mit, obwohl wir sofort sagten, das wir kein schwedisches Bargeld mehr hatten. Mit dem alten Mercedes ging mit bis zu 140 Stundenkilometern über die fast schnurrgerade Straße Richtung Kiruna, das noch etwa 60 Kilometer entfernt liegt.

Die beiden Schweden erzählten uns, dass sie heute Morgen von Nikkaluokta zur Kebnekaise-Fjällstation gewandert sind und eigentlich den Kebnekaise besteigen wollten. Aber aufgrund des Nebels dort oben war der Aufstieg nicht möglich.

Gegen 15.15 Uhr kamen wir in Kiruna an und wurden auf Nachfrage noch bis zum Bahnhof gebracht. Netterweise wollten die Schweden kein Spritgeld haben, auch nicht in Euro, da wir kaum noch schwedisches Bargeld hatten.